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 GESCHICHTE
Brandmeister
Dienstreglement 1897
Grundgesetz 1897

DIENSTREGLEMENT VON1897

Dienst-Reglement für die freiwillige Feuerwehr zu

Dienst-Reglement für die freiwillige Feuerwehr zu Engensen



§1
Jedes Mitglied der freiwilligen Feuerwehr hat in und außer dem Dienst ein ehrenhaftes männliches Betragen , insbesondere im Dienst Nüchternheit, Pünktlichkeit, Ruhe, Ausdauer, unbedingten Gehorsam und, wenn es gilt, Mut und Besonnenheit zu zeigen.

§2
Bei ausbrechendem Feuer hat sich ein jedes Mitglied sofort auf den bestimmten Sammelplatz zu begeben und sich bei seinem Vorgesetzten zu melden.
Die einzelnen Abteilungen dürfen die ihnen zugeteilten Gerätschaften erst fortschaffen, wenn die zur Bedienung unbedingt erforderliche Mannschaft beisammen ist.

§3
Die Mitglieder haben im Dienst stets in Uniform zu erscheinen. Etwaige Ausnahmen kann der Hauptmann gestatten. Außer Dienst darf die Uniform nicht getragen werden.

§4
Alle Meldungen in Dienstangelegenheiten erfolgen an den nächsten Vorgesetzten.

Beschwerden über einen Vorgesetzten sind bei dem zunächst höheren Vorgesetzten, Beschwerden über den Hauptmann oder dessen Stellvertreter bei dem Ortsvorstande anzubringen.
Über derartige Beschwerden entscheidet die Führerschaft, beziehungsweise im letzteren Falle der Ortsvorstand endgültig.

§5
Die Mitglieder der Feuerwehr haben sich im Dienst des militärischen Grusses zu bedienen.

§6
Die Uniform und Ausrüstungsgegenstände sind stets in guten Zustand zu erhalten; etwa nötige Reparaturen sind bei dem zunächst vorgesetzten Führer zur Anzeige zu bringen.

§7
Ein jedes Mitglied , welches länger als drei Tage von Engensen abwesend sein will, hat sich bei seinem nächsten Vorgesetzten abzumelden, welcher davon dem höheren Vorgesetzten weitere Meldung zu machen hat

§8
Ist ein Mitglied behindert gewesen, einer Übung oder einer Versammlung beizuwohnen, so hat es das binnen 3 Tagen nachher dem Abteilungsführer seiner Abteilung (Lieutenant) unter
Anführung der Ursache anzuzeigen.

§9
Wer bei einem Brande zu erscheinen behindert gewesen ist, hat solches binnen 3 Tagen dem Hauptmann unter Angaben der Behinderungsgrunde zu melden.

§10
Wer bei einer Übung oder Versammlung zu spät erscheint, zahlt 10 Pfennig Strafe, wer ohne genügende Entschuldigung gar nicht erscheint, zahlt bei einer Übung oder Versammlung 30 Pfennig, bei einem Brande 1 Mark Strafe.

§11
Als genügende Entschuldigungsgründe gelten Ortsabwesenheit oder Krankheit.
Die bei einem Brande unmittelbarer Näher der Brandstätte wohnenden Mitglieder sind, falls ihre Wohnung vom Feuer bedroht sind, vom Erscheinen im Dienste befreit.

§12
Kein Mitglied darf sich bei einer Übung oder bei einem Brande ohne Urlaub von dem ihm angewiesenen Platze entfernen.

§13
Das Tabakrauchen ist nur nach erteilter Erlaubnis des Hauptmanns im Dienst gestattet; dasselbe ist sofort einzustellen, wenn diese zurückgezogen oder “Achtung” kommandiert wird.

§14
Alles nicht zum Dienst gehörige Sprechen ist untersagt, Schreien, Singen, Lärmen u.s.w. unbedingt verboten.
Trunksucht im Dienst wird nach Umständen mit höherer oder geringerer Strafe bestraft.

§15
Die Übungen werden nach einer von der Führerschaft zu bestimmenden Übungsvorschrift vorgenommen.
Der Führerschaft steht das Recht zu, diese Übungsvorschriften jederzeit abzuändern.

§16
Über Verstöße gegen die Vorschriften dieses Dienst-Reglements erkennt die Führerschaft nach Maßgabe der Vorschriften im §18 der Statuten.

§17
Änderung dieses Dienst-Reglements können von der Hauptversammlung nach Maßgabe der in §25 der Statuten für Abänderungen der letzteren enthaltenen Vorschriften beschlossen werden.